Baubiologie bei Schimmelpilzbefall

Schimmel- & Hefepilzbefall: Ursachen erkennen & dauerhaft vermeiden

Schimmel- & Hefepilze in Innenräumen sind weit mehr als nur ein optisches Problem oder ein Zeichen für falsches Lüften. Sie belasten das Raumklima & können die Gesundheit der Bewohner massiv beeinträchtigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die reine Beseitigung der oberflächlichen Flecken meist nicht ausreicht & mit welchen baubiologischen Maßnahmen Sie die Ursachen dauerhaft abstellen.

Schimmel- & Hefepilzbefall: Ursachenforschung & Vermeidung

Warum ist Schimmel ein Problem?

Schimmel & Hefepilze sind Mikroorganismen, die zwingend auf Feuchtigkeit angewiesen sind. Während Schimmelpilzsporen in der Luft allgegenwärtig & ein normaler Bestandteil unserer Umwelt sind, wird ein Wachstum auf Oberflächen im Innenraum problematisch.

Gesundheitsrisiken durch Mykotoxine & Sporen

  • Schimmelsporen & Pilzgifte (Mykotoxine) können Atemwegsprobleme, Allergien, Hautreizungen & unter Umständen ernsthafte Erkrankungen wie Mykotoxikosen verursachen.
    Wichtig zu wissen: Auch abgetötete Schimmelpilzsporen können zu gesundheitlichen Problemen führen. Bei der Beseitigung ist daher auf entsprechende Sorgfalt zu achten!

Bauschäden

  • Schimmel kann gegebenenfalls sogar strukturelle Schäden an Ihrem Zuhause verursachen, was zu kostspieligen Reparaturen führen kann. Zudem mindert ein Befall die Ästhetik & gegebenenfalls den Wert Ihres Eigentums.

Schimmelprävention mit baubiologischem Verstand

Die Baubiologie setzt nicht bei der Symptombekämpfung an, sondern bei den Ursachen!

Belüftung & Feuchtigkeitskontrolle

Regelmäßiges Stoßlüften ist die Basis. Ein Hygrometer hilft Ihnen dabei, die relative Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten (ideal sind 40 % bis 55 %). In Bad & Küche sollte Feuchtigkeit sofort nach dem Entstehen nach draußen abgeführt werden.

Isolierung, Abdichtung & Physik

Wir sind in der Baubiologie nicht per se gegen Isolierung oder Dämmung – sie muss jedoch richtig ausgeführt werden & sollte aus unbedenklichen Materialien bestehen.

  • Der historische Kontext: Frühere Einzelraumfeuerungsanlagen erzeugten einen Unterdruck, der zusammen mit undichten Hüllflächen für eine Art Dauerbelüftung sorgte. Da dies heute oft nicht mehr der Fall ist, tritt häufiger Feuchtigkeit durch Kondensation auf.
  • Wärmebrücken (häufig auch als Kältebrücken bezeichnet): Eine effektive Abdichtung hilft, Temperaturunterschiede & Kondensation durch Wärmebrücken zu minimieren.
  • Vorsicht beim Fenstertausch: 3-fach-verglaste Fenster im Altbau sind möglich, erfordern aber fachliche Abstimmung statt „blindem Aktionismus“.

Wärmedämmung & Heizung

Eine gleichmäßige Raumtemperatur kann Kondensation (Feuchtigkeitsbildung) verhindern.
Eine gute baubiologisch vertretbare Wärmedämmung kann zudem Heizkosten bzw. Heizenergie sparen.

  • Strahlungswärme (Flächenheizungen): Wand- oder Sockelleistenheizungen hüllen den Raum in Strahlungswärme & können für trockene Wände sorgen. Fußbodenheizungen oder auch Deckenheizungen sind besser, als Heizkörper, haben aber nicht ganz den Effekt. Manchmal wird die Wärme von unten oder oben auch als unangenehmem empfunden.
  • Dämmen mit Bedacht: Nicht alles was verkauft wird, ist auch unbedenklich oder gut. Materialien & Maßnahmen sollten unbedingt aufeinander abgestimmt werden.

Materialwahl & Feuchtepufferung

Vermeiden Sie „Schimmel-Nahrung“. Mineralische Stoffe wie Kalkputz & Kalkfarben (oder reine Silikatfarben) bieten durch ihren hohen pH-Wert einen natürlichen Schutz gegen Pilzwachstum. Wer gesund baut, entzieht dem Schimmel die Lebensgrundlage.

  • Schimmelresistente Baustoffe: Bei Renovierungen können Kalkputze, Kalkfarben oder gute Silikatfarben helfen (die Unterschiede zum Baumarkt-Standard sind hier immens).
  • Hygroskopische Baustoffe: Materialien wie Lehm oder Kalk können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen & bei Bedarf wieder abgeben. Auch Holz für Möbel & Böden kann regulierend wirken & ein gesundes Raumklima fördern.
  • Natürliche Dämmstoffe wie beispielsweise Hanf sind aufgrund ihrer Zusammensetzung sowie ihrer feuchteregulierenden Kapazität von Natur aus widerstandsfähig gegen Schimmelpilzbefall.


Checkliste:
Baubiologische Maßnahmen

Auf Luftfeuchtigkeit achten: Hygrometer

Regelmäßig & „richtig“ lüften

Baustoffe, die Feuchtigkeitsspitzen abpuffern können einsetzen.

Natürlch schimmelresistente Materialien vervenden.

Bauphysikalisch richtig abdichten & dämmen mit gesundheitlich unbedenklichen Materielien.

Sanierung & professionelle Hilfe

Wenn Sie bereits Schimmel entdeckt haben, ist eine professionelle Ursachensuche oft unerlässlich.

DIY oder Experte

Das hängt in erster Linie von der Größe des Befalls ab!

  • Eigenleistung: Bei kleinen Ansammlungen (bis ca. 0,1 m²) können Sie gegebenenfalls selbst tätig werden, sofern geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
  • Expertenrat: Bei größerem Befall sollte ein Experte die Ursachen identifizieren.
  • Vorsicht bei „Mittelchen“ aus dem Baumarkt – diese weisen manchmal wiederum eigenen Gesundheitsgefahren (Biozide) auf.

Hinweis: Wir bei der BauBiologie WAGNER agieren in erster Linie als Berater (geschult u. a. durch Institut für Baubiologie & Nachhaltigkeit sowie der TÜV Rheinland Akademie).
Wir unterstützen Sie dabei, die Ursachen zu finden & sicherzustellen, dass eine Sanierung fachgerecht durchgeführt wird.

  • Messung vor Sanierung: Wir identifizieren mit spezieller Messtechnik versteckte Feuchtigkeit & Wärmebrücken.
    Mittels Bauforensik können wir auch unsichtbaren (z.B. einfach überstrichenen) Schimmel finden.
  • Erfolgskontrolle: Nach erfolgter Sanierung können wir mittels Luftkeimsammlung den Erfolg der Maßnahme überprüfen.


Für Mieter

Kontaktieren Sie umgehend Ihren Vermieter.

Stimmen Sie angedacht Maßnamen miteinader ab.

Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Experten hinzu.

Fazit: Schimmel muss nicht sein

Schimmel ist ein ernstzunehmendes Thema für Gesundheit & Bausubstanz. Mit baubiologischem Verständnis & einem bewussten Umgang mit Feuchtigkeit lässt sich ein gesundes Wohnumfeld schaffen.

Investieren Sie in die Gesundheit Ihres Hauses, indem Sie auf Prävention & die richtigen Materialien setzen. Schimmel ist immer ein Symptom für ein physikalisches Ungleichgewicht – wir helfen Ihnen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Kontaktieren Sie uns für eine Fachberatung

Wichtiger Hinweis:
Dieser Blogbeitrag dient ausschließlich der Information & ersetzt keine medizinische Diagnose oder Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Mediziner und/oder weitere Fachleute konsultieren.

Weiterführende Informationen & Fachportale

Für eine vertiefte Recherche:
Das Umweltbundesamt (UBA) zum Thema Schimmel

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