Baubiologie & Nachhaltigkeit
Nachhaltige Baustoffe für ein gesundes Raumklima
Unsere Gebäude sind mehr als nur Strukturen aus Stein, Beton & Holz. Sie sind unsere Zuflucht, unser Arbeitsumfeld & unser Lebensraum. Sie haben einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Gesundheit & unser Wohlbefinden. Die Auswahl der richtigen Baustoffe spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines gesunden Raumklimas & dem Schutz unserer Umwelt. Sie kann den Unterschied ausmachen zwischen einem Raum, in dem man frei atmen & sich regenerieren kann, & einem Umfeld, das Stress oder Unbehagen verursacht.
In diesem Artikel untersuchen wir verschiedene nachhaltige Baustoffe & deren Einfluss auf die Qualität der Raumluft. Begleiten Sie uns auf dieser Reise zu einer bewussteren & gesünderen Art des Bauens, in der Ihr Wohlbefinden im Mittelpunkt steht.

Teil 1: Nachhaltige Baustoffe im Profil
Ökologisch nachhaltige Baustoffe zeichnen sich durch ihre Schadstofffreiheit & ihre hervorragende Umweltbilanz aus. Hier schauen wir uns einige von ihnen etwas genauer an.
Lehm: Der altbewährte Alleskönner
Lehm ist seit Jahrhunderten bewährt & wieder voll im Trend!
Es gibt kaum ein nachhaltigeres Material als Lehm.
Kalk: Natürlicher Schutz & Frische
Kalk ist äußerst vielseitig & umweltfreundlich. Leider hat die Baustoffindustrie den grundsätzlich sehr zu begrüßenden Trend hin zum Kalk für sich entdeckt & verkauft unter der Überschrift „Kalk“ allerlei fragwürdige Produkte. Ein genauer kritischer Blick ist daher unerlässlich!
Für Schimmelprobleme gibt es eine natürliche Lösung – Kalk.
Holz: Der CO₂-Speicher
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit einer unvergleichlichen ästhetischen & haptischen Qualität.
Holzprodukte sind unglaublich vielseitig einsetzbar.
Hanf: Die nachhaltige Dämmstoff-Revolution
Die Hanfpflanze wächst schnell, ist recht anspruchslos & kommt beim Anbau ohne Pestizide aus.
Ein uralter Baustoff, der leider zu Unrecht über Jahrzehnte in der Verbannung war.
Weitere Materialien:
Neben den genannten Beispielen gibt es noch viele weitere nachhaltige Baustoffe, die teils nur für kleine Nischen, teils aber auch für Anwendungen im größeren Maßstab taugen.
Schafwolle: Ein hervorragendes Dämmmaterial.
Schafwolle besitzt die einzigartige Fähigkeit, Schadstoffe (wie z. B. Formaldehyd) aus der Raumluft aufzunehmen & chemisch dauerhaft zu binden, also zu neutralisieren. Wir bezeichnen sie oft als natürlichen „Luftreiniger“.
Kork: Ist extrem widerstandsfähig gegen Fäulnis & Schädlinge. Er eignet sich hervorragend als Dämmung, Trittschalldämmung oder als Sichtboden. Er ist fußwarm, antistatisch & schont die Gelenke.
Stroh & Schilf: Schilfrohrplatten dienen als idealer Putzträger für Lehm- oder Kalkputze. Sie sind diffusionsoffen & verrotten kaum, da Schilf von Natur aus einen hohen Siliziumanteil (Kieselsäure) besitzt.
Baustroh ist perfekter CO₂-Speicher. Ein Haus aus Strohballen bindet große Mengen Kohlenstoff. In Kombination mit Lehmputz bietet es zudem einen hervorragenden Brandschutz.
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Teil 2: Auswirkungen auf Ihr Wohlbefinden
Die Verwendung dieser Materialien verändert die Atmosphäre eines Raumes spürbar. Während konventionelle Baumaterialien oft Schadstoffen emittieren, tragen Naturbaustoffe aktiv zu einer guten Raumluft bei. Teilweise können sie sogar Schadstoffe binden & somit unschädlich machen.
Gut für die Umwelt, aber vor allem gut für den Menschen.
Wichtig auch bei Naturprodukten:
Wir hinterfragen die Schadstofffreiheit auch bei Naturprodukten immer kritisch, da diese leider nicht automatisch garantiert ist.
Teil 3: Kostenbetrachtung – eine Investition in die Zukunft
Die Verwendung nachhaltiger Baustoffe ist zweifellos eine investitionsintensive Entscheidung. Im Vergleich zu konventionellen Materialien können höhere Anschaffungskosten anfallen.
Kostenvergleich
Als Mehrkosten für baubiologisch verträgliches Bauen werden oft Werte zwischen 5 % & 15 % genannt. Diese Unterschiede variieren stark je nach Material
Die höheren Anfangsinvestitionen sollten im Kontext als Investition in eine gesunde Zukunft betrachtet werden. Längere Lebensdauern, geringere Instandhaltungskosten & der Schutz der eigenen Gesundheit rechtfertigen den Preisaufwand.
Am Ende des Produktlebenszyklus – der Entsorgung – haben Naturmaterialien dann wiederum Kostenvorteile gegenüber konventionellen Materialien.
Konventionelle Materialien:
Zur Einordnung & warum der Begriff eigenlich falsch verwendet wird.
Mit konventionellen Materialien sind Materialien gemeint, die eigentlich erst in der Nachkriegszeit erfunden wurden oder erst seit dem eine höhere Verbreitung haben.
Eigentlich sind die vorgestellten naturmaterialien die konventionellen Baustoffe.
Erst seit einigen Jahren gibt es auch wieder einen Trend zu mehr natürlichen Baustoffen mit ihren hervorragenden, wohngesunden Eigenschaften.
Fazit: Was ist Gesundheit wert?
Nachhaltige Baustoffe sind zwar in der Anschaffung oft teurer, bieten jedoch langfristige Vorteile, die die anfänglichen Kosten rechtfertigen. Diese Materialien tragen dazu bei, Betriebskosten zu senken, indem sie Energieeffizienz fördern, die Gesundheit der Bewohner verbessern & die Umweltauswirkungen minimieren. In der heutigen Zeit, in der Umweltfreundlichkeit & Wohlbefinden immer wichtiger werden, sollten die höheren Kosten von nachhaltigen Baustoffen als eine Investition in eine nachhaltige und gesunde Zukunft betrachtet werden.
Den höheren Kosten kann auch mit klugen Entscheidungen bspw. smarten Low-Tech-Lösungen entgegengewirkt werden. Geringere Wartungskosten können hier langfristig einen Teil der Kosten wieder einspielen.
Den wahren Wert der eigenen Gesundheit erkannt man leider oft erst, wenn diese angeschlagen ist.
Wir bei der BauBiologie Wagner unterstützen Sie dabei, die richtigen Materialien für Ihr Projekt auszuwählen, damit Ihr Zuhause ein Ort der echten Erholung wird.
Wichtiger Hinweis:
Dieser Blogbeitrag dient ausschließlich der Information & ersetzt keine medizinische Diagnose oder Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Mediziner und/oder weitere Fachleute konsultieren.
Weiterführende Informationen & Fachportale
Für eine vertiefte Recherche:
DGNB – Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
Umweltbundesamt (UBA): Nachhaltiges bauen
IBN – Institut für Baubiologie & Nachhaltigkeit


