Fertighausgeruch & Schadstoffbelastung
Fertighaussanierung Kosten:
Was kostet die Schadstoff- & Geruchssanierung wirklich?
„Wie viel kostet eine Fertighaussanierung?“ Diese Frage erreicht uns als Baubiologen immer wieder. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an… Wer Ihnen ohne vorherige Messung & Befundanalyse einen pauschalen Quadratmeterpreis nennt, handelt aus unserer Sicht unseriös. Es kommt zunächst auf die Epoche an: 60er-, 70er- oder 80er-Jahre. Außerdem haben nicht alle Hersteller gleichermaßen giftige Substanzen eingesetzt – zumindest nicht was die Menge angeht. Die finanzielle Spanne reicht von wenigen hundert Euro für wirksame Sofortmaßnahmen bis hin zu 6-stelligen Beträgen & mehr für eine vollständige Sanierung. In diesem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkel & ordnen die realen Handwerker-, Gewerk- & Materialkosten transparent für Sie ein.

Teil 1: Einleitung & Kostentransparenz: Warum Pauschalpreise beim Fertighaus unseriös sind
Jedes Fertighaus aus den Baujahren 1960 bis 1990 ist eine Art „Unikat“ – geprägt von unterschiedlichen Herstellern, individueller Feuchtebelastung & spezifischen chemischen Rezepturen der Wandaufbauten. Was ist damit gemeint? Ein Fertighaus ist doch eigentlich gerade kein individuell gebautes Haus.
Das stimmt grundsätzlich, aber sowohl die Baujahre als auch die Hersteller sorgen für Unterschiede. Nicht zu vergessen sind über die Jahrzehnte der Nutzung eingebrachte Schadstoffe, die mit der eigentlichen Konstruktion „Fertighaus“ gar nichts zu tun haben. Nichtsdestotrotz sind sie bei einer Schadstoffsanierung selbstredend zu berücksichtigen. Oder anders gesagt: Was hift Ihnen die teure Formaldehydsanierung, wenn der relativ neue Vinylboden weiterhin Weichmacher von sich gibt?
Es gibt nicht das eine Standardfertighaus
Fehlinvestitionen vermeiden!
Manche Hersteller haben schon Ende der 70er-, Anfang der 80er Jahre relativ schadstoffarme Häuser produziert, wie wir aus eigenen Testungen bestätigen können. Andere Hersteller hatten den Fokus zu dieser Zeit vielleicht noch rein bei den Kosten.
Wer blind auf pauschale Quadratmeterpreise vertraut, riskiert Fehlinvestitionen. Eine verlässliche Kostenschätzung ist erst möglich, wenn feststeht, ob primär flüchtiges Formaldehyd aus den Spanplatten entweicht oder ob tief sitzende Chloranisole & Holzschutzmittel (PCP/Lindan) in der Wandkonstruktion vorliegen. Unser Ziel ist es, Ihnen eine realistische Orientierung über die tatsächlichen Bau- & Gewerkekosten an die Hand zu geben.
Vinylböden & andere „Kunstprodukte“
Klick-Vinylböden sind seit einigen Jahren der DIY-Hit. Sie haben das Laminat teilweise abgelöst & erfreuen sich großer Beliebtheit. Nicht ohne Risiko!
Vinyl: Allgemein ist damit das V in PVC (Polyvinylchlorid) gemeint. Im Prizip also alter Wein in neuen Schläuchen. PVC gibt es schon lange & es galt in der Vergangenheit zwar als robust & günstig aber nicht als besonders hochwertig. Den Herstellern ist es gelungen aus der eher wenig prestigeträchtigen Rollenware ein (pseudo?) Premiumprodukt zu machen. PVC hat leider die Eigenschaft über lange Zeit Weichmacher abzugeben, die im Körper als endokrine Disruptoren (sog. Umwelthormone ) hormonähnlich wirken & dadurch das körpereigene Hormongleichgewicht stören können. Auch moderne Vinylböden können Weichmacher abgeben. Derzeit gelten Phthalate als eine der problematischsten Gruppen unter ihnen. Es gibt aber auch andere, neuere oder weniger erforschte Weichmacher, die derzeit als relativ unbedenklich gelten. Diesen Umstand machen sich einige Hersteller zu Nutzen & bewerben ihre Produkte mit dem Label „ohne schädliche Weichmacher“.
Laminat: Das beliebte Klick-Laminat besteht i.d.R. aus einer Holzfaserträgerplatte mit aufgebrachter Dekorfolie & einer Endbeschichtung aus Melaminharz. Der Kleber für die Holzfaserplatte enthält meist Formaldehyd oder Isocyanate. Auch aus Melaminharz kann bei höheren Temperaturen Formaldehyd entweichen. Heutige Produkte gelten als relativ Schadstoffarm – das muss aber nicht für ältere Böden gelten. Es lohnt sich durchaus nach einem schadstoffarmen Produkt mit einem entsprechenden Zertifikat zu schauen.
Designböden: Was sich hinter Designböden versteckt ist von Hersteller zu Hersteller höchst unterschiedlich. Es handelt sich aber fast immer um ein „Kunstprodukt“, das mit höchst blumigen Worten angepriesen wird. Auch hier lohnt der Blick, ob es speziell schadstoffarm zertifizierte Produkte gibt.
…
Bitte bedenken Sie immer: Was heute als unbedenklich gilt, kann in der Zukunft als hochproblematisch eingestuft werden. Ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist BPA (Bisphenol A), ein Bestandteil einiger Kunststoffe. Galt bis 2006 ein TDI-Wert von 10 Mikrogramm (μ g) pro Kilogramm Körpergewicht & Tag, wurde dieser 2015 auf 4 μ g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag abgesenkt & 2023 nochmals auf 0,2 Nanogramm (ng) pro Kilogramm Körpergewicht & Tag. 20.000-mal niedriger als zuvor!
Teil 2: Die Kosten im Überblick: Gewerk- & Handwerkerkosten
Die finanzielle Gestaltung einer Sanierung hängt maßgeblich vom Ausmaß der Belastung & dem gewählten Sanierungsweg ab:
Innenmaßnahmen & Außenmaßnahmen:
Transparenz:
Kurzer Gegencheck:
Was ist das Grundstück ohne Gebäude wert?
Eine ganz einfache Überschlagsrechnung für Käufer ist die Gegenrechnung über den Grundstückswert.
Was ist das Grundstück wert?
Bodenrichtwert mal der Fläche des Grundstücks.
Teil 3: Die 3 größten Preistreiber bei der Fertighaussanierung
Warum variieren die Sanierungskosten beim Fertighaus so stark?
Im Wesentlichen bestimmen drei Faktoren das Budget:
Gesundheit ist unser wahrscheinlich wichtigstes Gut überhaupt – aber kümmern wir uns darum?
Eine Fertighaussanierung ist leider ein sehr teures & aufwendiges Unterfangen. Zu bedenken ist immer, dass es sich um Häuser handelt, die zur Zeit ihrer Anschaffung Preise zwischen 50.000 & 150.000 DM hatten.
Vorgehen:
Nach einer Schadstoffanalyse können die Kosten genauer eruiert werden.
Prioritäten: Was ist dringend notwendig? Was wäre wünschenswert? Was ist optional?
Budget: Was ist finanziell möglich? Was wäre finanziell nötig?
Angebote einholen: Preise vergleichen & mögliche Eigenleistungen abklären.
Teil 4: Low-Cost-Alternativen: Soforthilfe & Raumluft-Entlastung ohne Umbau
Nicht immer erlaubt das Budget oder die Wohnsituation eine sofortige Großbaustelle. Für die Übergangszeit gibt es wirksame, überbrückende Maßnahmen zur Reduzierung der Raumluftbelastung:
Zunächst ein Mindestmaß an Schadstoffanalytik
Wir bieten hierfür auch günstige DIY-Selbsttest an. Eine vollständige Schadstoffdiagnostik können diese jedoch nicht ersetzen!
Ehrliche Einordnung: Auch mit Low-Cost-Maßnahmen können Sie eine Verbesserung der Luftqualität & der Gesamtsituation erreichen.
Bei schwerer, tief sitzender Substanzbelastung ersetzen sie jedoch keine bauliche Ursachenbehebung.
Wenn Wenn die Alternative lautet, gar nichts zu unternehmen, raten wir immer wenigstens die günstigen Maßnahmen Schritt für Schritt zu ergreifen.
Fehlsanierungen vermeiden & Fazit
Aktionismus ohne vorherige Messung ist der teuerste Fehler bei der Fertighaussanierung: Wer auf Verdacht Wände einreißt oder Fenster tauscht, investiert nicht selten fünfstellige Beträge, während die Chloranisol-Sanierung am Ende gar nicht stattfindet, die Schadstoffe bleiben & der Geruch zurückkehrt.
Erst eine gezielte Ursachenforschung stellt sicher, dass jeder Euro an der richtigen Stelle eingesetzt wird.
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Haftungsausschluss | wichtiger Hinweis:
Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information & ersetzen weder eine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung noch eine rechtliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Bei rechtlichen Fragen, etwa zu Mietrecht, Verantwortlichkeiten, Sanierungspflichten oder möglichen Ansprüchen, sollten Sie sich an eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung wenden. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität & Übertragbarkeit der Informationen auf den jeweiligen Einzelfall übernommen werden.
Weiterführende Informationen & Fachportale
Für eine vertiefte Recherche:
Rechtliche Aspekte – Kanzlei Franz
Umweltbundesamt (UBA)
Verbraucherzentrale NRW
IBN – Institut für Baubiologie & Nachhaltigkeit
AGÖF – Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute e.V.





